Jedenfalls was das Ende unseres Projektes #365nächte *ohnedachinlinz betrifft, können wir zufrieden auf 2020 zurück blicken! Insgesamt vier Monate widmeten wir uns dem Thema der prekären Wohnverhältnisse und zeigten auf unseren social-media-Plattformen die vielen Facetten von Jugendwohnungslosigkeit.

Die jungen Menschen, die mit uns sprachen, erzählten uns ihre Geschichten, ihre Erlebnisse – die heftigen Momente und auch von den schönen Begegnungen auf der Straße. Wir Streetworker*innen fragten neugierig und hörten zu, was uns diese vielen Expert*innen zu sagen hatten. Das Leben auf der Straße zu meistern erfordert Fähigkeiten und Fertigkeiten – die jungen Menschen gewährten uns Einblick in ganz besondere Welten und wir konnten Ressourcen erkennen, die uns beeindruckten! Es ist ein Erfahrungsschatz, den sich kaum jemand wünscht und doch ergibt sich daraus eine wirkliche Expertise, die diese jungen Menschen in Tagen, Wochen, Monaten oder auch Jahren auf der Straße und in prekären Wohnverhältnissen entwickelten.

Wir bedanken uns bei diesen jungen Menschen, dass sie uns so weit hineinblicken ließen, dass sie ihre intimen Gedanken, ihre Sorgen und Ängste und ihre Lebensfreude mit uns teilten und auch weiterhin mit uns teilen! Wir schätzen eure Offenheit, eure Fähigkeiten, euch immer neu zu erfinden, immer von neuem aufzustehen, durchzuhalten, neu anzufangen, Wünsche zu haben und kreativ zu bleiben! Danke an alle Expert*innen für die Einblicke, die Bilder, die Texte, die Bruchstücke und Puzzleteile eures Lebens, die ihr mit uns geteilt habt!

Wir haben diese Teile neu zusammengesetzt, ihnen einen Rahmen gegeben und sie in Absprache mit den Urheber*innen gezeigt. Wir zeigten all das, was Menschen oft nicht sehen (können), weil die Orte versteckt liegen oder die Personen im Chaos der Stadt untergehen. Wir versuchten auch das zu beschreiben, was noch weiter im Verborgenen liegt, weil es ganz privat ist und mensch* sich dafür Zeit nehmen muss, um es zu erkennen: die Gedanken und Lebensgeschichten unserer jungen Menschen. Das alles stieß auf großes Interesse! Uns erreichten viele Rückmeldungen zu unseren Beiträgen!

Einige junge Menschen, trauten sich das erste Mal von den eigenen Erfahrungen zu berichten, weil sie merkten, dass sie nicht allein damit waren. Aus dem Fachkollegium erreichten uns ergänzende Beiträge und Spendenangebote – rundherum wurde nachgefragt, dazu erzählt, weitergesagt und die Wichtigkeit unterstrichen, das Thema der prekären Wohnverhältnisse bei Jugendlichen auch mal in den Mittelpunkt zu stellen.

Insgesamt konnten die justler*innen, also alle jungen Menschen, die sich hier an diesem Projekt beteiligten, und wir Streetworker*innen als Vermittler*innen, einiges auf die Füße stellen! Aus dem ursprünglichen Gedanken, dass wir Gutscheine für NOWA-Nächtigungen und Schlafsäcke für unsere jungen Menschen im just sammeln wollten, entstanden gemeinsam mit einigen jungen Erwachsenen Video-Spendenaufrufe, die offensichtlich auf offene Ohren und Herzen stießen. Wir freuen uns riesig über die vielen Spenden, die uns erreicht haben und die große Resonanz!

just sagt DANKE für:

  • 402 Nächte in der Notschlafstelle!
  • 14 Winterschlafsäcke!
  • unglaubliche 5 Autos voll Kleidung und Unmengen an Hygieneartikel!

 

Wir bedanken uns bei langjährigen Unterstützer*innen wie dem Rotary Club und dem Lions Club, die jedes Jahr ermöglichen, dass junge Menschen bei just warme Jacken, Schuhe, Unterwäsche und Socken bekommen können. DANKE auch der christlichen Gemeinde in Urfahr, die uns spontan noch Lebensmittel und andere Sachspenden, sowie 50 Nächte gespendet haben.

Wir sagen Danke all den engagierten Privatpersonen, die uns immer wieder Kleidung, Lebensmittel und Hygieneartikel vorbeibringen und den Kolleg*innen und Einrichtungen, die ihre Spenden mit uns teilen, damit Lebensmittel, Hygieneartikel, Kleidung, Schlafsäcke dort ankommen, wo sie am Dringendsten gebraucht werden!

Wir bedanken uns in diesem Jahr besonders bei den Studierenden der FH Linz vom Projekt „Heyou“, die unseren Kleiderfundus gefühlt bis an die Decke angefüllt haben mit Kleidung und Hygieneartikeln und eine unglaubliche Summe für insgesamt 167 NOWA-Nächtigungen gesammelt haben!

All unsere Spender*innen ermöglichen, dass wir in diesem Umfang Grundversorgung für junge Menschen in prekären (Wohn)Situationen bereitstellen können! Also hat 2020 doch ein ganz gutes Ende gefunden… zumindest im just blicken wir zuversichtlich in die Zukunft! Kommt vorbei im neuen Jahr und holt euch warme Jacken, Lebensmittel, Hygieneartikel oder auch mal NOWA-Markerl – es ist genug für alle da!

ENDE GUT – ALLES GUT!
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