Ein kurzer Einblick in (m)ein Praktikum im JUST Jugendstreetwork.

Während meines Praktikums bei JUST wirkte ich freitags unterstützend beim Projekt „just a menu“. An diesem Tag wird gemeinsam mit einem/einer Besucher*in gekocht und dann mit allen Anwesenden, die Hunger, Lust und Laune auf ein gemeinsames Essen haben, gegessen.

Vor der Öffnungszeit gibt es eine kurze Besprechung: wer sich zum Kochen angekündigt hat, was zu beachten und was an dem Tag zu erledigen ist. Der/die Besucher*in, der/die Lust aufs Kochen hat, wird unterstützt ein Menü zu erstellen; die Einkaufsliste wird verfasst, um dann gemeinsam einkaufen zu gehen. Durch diesen Prozess war mir ein besseres Kennenlernen eines/einer Besuchers*in leichter möglich – kochen und gutes Essen verbindet

Die Zubereitung des Essens, das gemeinsame Gemüse schneiden, das Würzen und verkosten regt den Hunger, nicht nur bei den Köch*innen an. Allerweltgespräche werden geführt und Erfahrungen und Erlebnisse werden während des Kochens ausgetauscht. Oder es wird auch einfach nur die Ruhe in dem geschützten Raum genossen, je nach Laune der Köch*innen.

Der große Tisch wird gedeckt, jede*r findet einen Platz und genügend zu essen vor. Gemeinsam wird die leckere Mahlzeit verspeist, der Trubel und der Lärm, der oft in der Anlaufstelle herrscht, klingt ab, man hört nur noch ein zufriedenes Kauen. „Das ist ja wie daheim, wie in einer großen Familie.“, schießt einem bei so einer Zufriedenheit durch den Kopf. Schön, dass niemand hungrig gehen muss.

Der Tisch wird abgeräumt, für die Besucher*innen bleibt noch Zeit für Spiele, zum Musik hören, zum Schlafen,… – wonach ihnen gerade ist. Die Öffnungszeit geht zu Ende, die Besucher*innen packen zusammen, Handshakes und Wünsche werden ausgetauscht, bis zum nächsten Mal! Durchatmen, frische Luft, ein Stück Schokolade, jetzt heißt’s Krafttanken, aufräumen, weiter geht’s mit dem Team. Es ist genügend Zeit, den Tag Revue passieren zu lassen, Erlebtes durchzusprechen um dann mit einem freien Kopf den Tag zu beenden.

Mir war es möglich durch die Begleitung des Streetwork Teams Linz aus einem neuen Blickwinkel kennenzulernen. Das war spannend, Orte werden (neu) entdeckt, man schärft den eigenen Blick, hält sich an Orten länger auf, um das Geschehen zu beobachten. Da hört man Gespräche „He, da sind wieder die Streetworker unterwegs.“; „Was machen denn Streetworker?“. Aufgreifen, reden, Gespräche führen, Jugendliche/junge Erwachsene treffen, Erlebtes austauschen, warten, dass etwas passiert, unterwegs sein, Schwellen überwinden,…!

Ich habe mein Praktikum bei JUST als große Bereicherung empfunden. Komplexe Lehrinhalte, die während der Ausbildung vermittelt wurden, werden in diesem Kontext plötzlich greifbar und ganz natürlich. In die Lebenswelt der Jugendlichen/jungen Erwachsenen einzutauchen, sich darauf einlassen zu können, Erfahrungen zu teilen und voneinander zu lernen, wird in diesem Rahmen ermöglicht. Ich war erstaunt, wie offen die Jugendlichen/jungen Erwachsenen auf neue Gesichter reagieren, welches Interesse besteht und wo Stück für Stück zu spüren ist, dass Vertrauen zu wachsen beginnt. Das JUST bietet die Möglichkeit gemeinsam den Tag zu verbringen, zu lachen, nachzudenken, sich auszuruhen, zu leben und seinen Platz zu finden. An meinem ersten Tag ist mir die gute Atmosphäre, die im JUST herrscht besonders aufgefallen, an diesem Ort wird jede*r so akzeptiert, wie er*sie ist.

Ein Praktikum bei JUST kann aber auch fordernd sein, so viele Geschichten und unterschiedliche Menschen, man kommt da schon auch an seine Grenzen und raus aus der eigenen Komfortzone. Man wächst durch die gesammelten Erfahrungen, lernt, wann es genug ist –ein wichtiger Prozess, in dem man professionell begleitet wird.

Dankbar blicke ich auf diese lehrreiche Zeit zurück, die Erfahrungen, die ich machen durfte und die Menschen die ich kennengelernt habe. Ein spannender Arbeitsbereich, in den es sich auf jeden Fall lohnt hineinzuschnuppern!

*Anna war Praktikantin im just von September bis Dezember 2019 im Rahmen der FH Linz, Studiengang Soziale Arbeit (begleitete Praxis). Vielen Dank liebe Anna für deine Unterstützung und nicht vergessen: Alles wird gut 2020, song’s im just!

An der Entstehung geschützter Orte mitarbeiten:
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