Ausflüge sind in der Jugendarbeit häufig ein Aushängeschild: viel präsentiert, besonders nach außen verkauft und auch oft von Auftraggeber*innen und Jugendlichen gleichermaßen gefordert. Auch wir Jugendstreetworker*innen fahren gerne mit unsere Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf Ausflüge, weil sie unsere Arbeit sinnvoll ergänzen! Leider gilt es oft so einige Hürden und Schwellen zu überwinden, bis der Bus voller Jugendlicher endlich aufbrechen kann – es ist ein langer Weg bis an den Attersee!

#diechanceamschopfpacken

Im just sind wir dafür bekannt, zeitnah, flexibel und spontan zu sein. Die Arbeit mit unseren Klient*innen erfordert einfach ein hohes Maß an Flexibilität. Wenn eine junge Frau/ ein junger Mann da ist und Unterstützungsbedarf formuliert, dann heißt es für uns Streetworker*innen zugreifen – die Chance am Schopf packen!

#nägelmitköpfenmachen

Oft sind die Zeitfenster kurz, wo gemeinsames Erarbeiten von nächsten Schritten oder auch das sprichwörtliche „Nägel mit Köpfen machen“, also gleich losziehen und etwas angehen, möglich ist. Oft ist das Konzentrieren auf einen bestimmten Aspekt schwierig für junge Menschen oder es ist ihnen (noch) nicht möglich, Konsequenzen ihrer Handlungen (oder des Nicht-Handelns) adäquat einzuschätzen. Häufig sind just-Besucher*innen schlichtweg überfordert mit der Vielzahl an „Baustellen“ in ihrem Leben, wissen nicht, wo sie anfangen sollen, können die Informationen gar nicht alle verarbeiten.

#kopfindensandstecken

Letztlich passiert es dann, dass junge Menschen „den Kopf in den Sand stecken“ oder einfach ihrem Lustprinzip folgen – also einfach dort nicht mehr hinschauen, wo‘s unangenehm wird und das tun, was lustvoll ist. Das verselbstständigt sich manchmal so weit, dass Jugendliche und junge Erwachsene in den Tag hineinleben, einen großen Bogen um Strukturen machen und ganz nach Lust und Laune tun und lassen (manchmal auch konsumieren), was sie wollen.

#lustundlaune

Das Lustprinzip lässt sich vor allem dann wunderbar für unsere Arbeit nutzen, wenn wir die motivierte Stimmung aufnehmen und spontan in eine Freizeitaktivität umsetzen können. Wir wissen, dass gemeinsame Aktivitäten, die uns gemeinsam etwas erleben lassen, dazu führen, dass wir einander besser kennenlernen und einander vertrauen können. Ausflüge und gemeinsame Aktivitäten stärken die Beziehung ungemein und Beziehung ist die Basis dafür, dass Hilfsangebote und Unterstützung überhaupt erst angenommen werden können.

#horizonterweitern

Besonders vertrauensbildend und motivierend erleben wir Ausflüge, die mindestens einen ganzen Tag dauern, idealerweise sogar ein Wochenende oder länger. Sie können junge Menschen aus ihrem oft problembelasteten Alltag entführen und neue Perspektiven eröffnen, indem sie neue Orte/ Menschen/ Situationen erschließen und für junge Menchen zugänglich machen. Jugendliche und junge Erwachsene verlassen so ihren täglichen Trott und erweitern ihren Horizont. Das gemeinsam Erlebte kann – begleitet und transferiert in den Alltag – damit auch Handlungsspielräume erweitern.

#imhierundjetzt

Der Tag ist heiß, wir haben 32Grad auf der Terrasse, alle sehnen sich nach ein bisschen Abkühlung – die Idee: Fahren wir doch an den Attersee! Während also Jugendliche ganz in der Gegenwart, in der Minute, auf die Sekunde, gerade heute und genau JETZT bereit für den ATTERSEE sind, fangen wir an zu planen: rechtzeitig Dienstreiseanträge schreiben und mindestens 14 Tage vorher abgeben, checken, ob am Wunschtermin Busse frei sind, Busse reservieren, Anmeldelisten vorbereiten, damit genug Plätze für alle Teilnehmer*innen da sind, Konzept schreiben, damit der Ressourcenaufwand gerechtfertigt ist…

#volleliste #leereplätze

Aus unserem niederschwelligen Zugang wird so ganz schnell ein recht hochschwelliger! Das Ergebnis einer Planung von mindestens 21 Tagen (Vorlaufzeit und Einhaltung aller Fristen und Rahmen): eine volle Teilnehmer*innenliste und ein leerer Treffpunkt am Tag des Ausflugs – außerdem meldet der Wetterbericht einzig an diesem Tag 90%ige Regenwahrscheinlichkeit 😉 Schuld daran sind weder die Wettergöttin, noch unzuverlässige junge Menschen oder überbürokratisierte Streetworker*innen – die Zeitfenster passen einfach nicht zusammen! Ein bisschen Planung ist notwendig, wenn Ressourcen wie Fahrzeuge und Personal gebraucht werden. Die Motivation unserer Besucher*innen ist aber oft recht flüchtig…

#motivationsschub

Motivation braucht im Moment des Aufflammens Brennmaterial! Inzwischen wissen wir: zusammenpacken und losziehen funktioniert hier am allerbesten! Spontanausflüge in der näheren Umgebung sind oft unsere erste Wahl. Aber es gibt sie – ganz selten, aber doch: die geplanten Ausflüge an den Attersee, diese Momente, wenn Jugendliche mal aus der Stadt raus kommen und einfach mit Anlauf ins kalte Wasser springen!

Unser Job als Streetworker*innen ist es eben, die Motivations- und Energiefenster bestmöglich zu nutzen und die gemeinsame Zeit so gut wir können miteinander zu gestalten!

#jugendstreetwork #just #vjf #outdoor #jugendarbeit

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#longwaytoattersee
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