Frauen in der Wohnungslosigkeit.

Im just suchen uns viele junge Menschen auf, die in Notlagen stecken – meistens geht es dabei um Fragen der Existenzsicherung, also Einkommen und Unterkunft. Rund um den Internationalen Frauentag finden wir es besonders wichtig, einen Blick auf die spezifischen Themen von jungen Frauen zu werfen, die vielfach ohne finanzielle Absicherung und ohne Wohnung zu uns kommen.

Frauen finden Alternativen. 

Wenn Frauen von akuter Wohnungslosigkeit betroffen sind, nehmen sie häufig prekäre Situationen in Kauf, um nicht als wohnungslos aufzufallen. Sie begeben sich dabei vielfach in (neue) Abhängigkeiten: ziehen zu einem Bekannten, einem neuen (Zweck)Partner, ins defizitäre Elternhaus zurück. Oft verlangen die Unterkunftgeber*innen Gegenleistungen: Frauen müssen für den Wohnraum die Haushaltsführung übernehmen, werden in ihren Freiheiten beschränkt, müssen sexuell gefällig sein.

Frauen werden schwanger.

Besonders schwierig wird es für Frauen, wenn sie zusätzlich auch Kinder zu versorgen haben. Frauen, insbesondere Alleinerzieherinnen, sind häufiger von Armut und damit auch von Wohnungslosigkeit bedroht. Sie kommen vielleicht im Notfall im Bekanntenkreis unter, leben aber dann häufig sehr beengt und unsicher, immer mit dem nächsten „Rauswurf“ bedroht.

Frauen drehen sich im Kreis.

Mädchen lösen sich aus einem defizitären Elternhaus, können nächteweise bei Freund*innen unterkommen, ziehen zum Freund, der immer öfter „Gefallen“ einfordert, der ihnen vorschreibt, was sie anzuziehen haben, mit wem, ob und wann sie ausgehen dürfen. Er schreit häufig, packt sie gelegentlich härter an, bis er vielleicht irgendwann auch zuschlägt. Die Beziehung geht zu Ende, die junge Frau steht auf der Straße. Sie kommt bei einem Bekannten unter, nur ein Freund, der sie kostenfrei bei sich aufnimmt. Er ist total lieb und sorgend, bis er immer öfter zudringlich wird und endlich eine Gegenleistung einfordert. Sie fühlt sich unter Druck, betäubt sich immer öfter. Sie lässt das geschehen, weil sie nicht wieder auf die Straße will. Sie sieht keine Chance auf ihre eigenen vier Wände, also hält sie sich häufiger bei anderen auf. Sie feiert anstatt zu weinen. Sie konsumiert Substanzen, die sie so betäuben, dass sie manchmal gar nicht mehr merkt, dass Männer sich an ihr bedienen. Sie wandert von einem zum nächsten „Kumpel“/“Freund“/“Partner“ bis es da wieder nicht mehr auszuhalten ist…

Frauen lieben und leiden.

Die Gründe für Wohnungslosigkeit bei jungen Frauen liegen zumeist bereits in frühen Beziehungen, die von Vernachlässigung, Gewalt und (sexuellem) Missbrauch geprägt sind. Fehlende Sicherheit und Rückhalt in der Herkunftsfamilie scheint hier das Muster zu sein, das auch in nachfolgenden Beziehungen wiederkehrt. Der ersehnte liebevolle Partner entpuppt sich als dauergrantiger Macho mit Gewaltpotential. Frauen halten psychische und physische Misshandlung aus, um nicht ohne Dach über den Kopf da zu stehen.

Frauen tarnen und täuschen.

Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe sprechen häufig von der „verdeckten Frauenwohnungslosigkeit“, weil Frauen viel seltener Hilfseinrichtungen in Anspruch nehmen und weniger offen mit ihren prekären Wohnsituationen umgehen als Männer. Häufig liegt dem ein ausgesprägtes Schamgefühl zugrunde, der Frauenrolle nicht (mehr) gerecht werden zu können. Das führt dazu, dass Frauen sich noch weiter zurückziehen und ihre Notlage noch besser verstecken.

Frauen sind auf der ROAS.

Für Mädchen und Frauen in Linz, die von prekären Wohnsituationen oder akuter Wohnungslosigkeit bedroht sind, gibt es einige Einrichtungen, die speziell für Frauen Unterstützung bei der Suche nach dem eigenen Wohnraum anbieten. Dort darf frau auch einfach mal ankommen, sich sicher fühlen, den Rucksack auspacken, sich einfach auskotzen oder auch mal nichts erzählen müssen…

Wenn du unter 26 Jahre alt bist, besuch uns im just in der Lederergasse 9!

https://vjf.at/just/kontakt/

Oder besuch die Kolleg*innen von FRIDA und ARGE SIE!

https://arge-obdachlose.at/arge-sie/

https://www.caritas-linz.at/hilfe-angebote/menschen-in-not/wohnungslosigkeit/frida-tageszentrum-fuer-wohnungslose-frauen/

justlerinnen*Roas