# Nachhaltigkeit – JUZ for Future

„Weil`s nicht wurscht ist!“ Ein Projekt zu Gesundheit und Nachhaltigkeit


Das Jugendzentrum Cloob-Ebelsberg, am südlichen Stadtrand von Linz, gehört zu dem Verein Jugend und Freizeit und bietet seit 30 Jahren jungen Menschen aus der Umgebung einen Ort an, an dem neben freizeitpädagogischen Angeboten, Workshops, Veranstaltungen und Projekten, auch Bewerbungstrainings sowie Beratungen (auch via
der Familienberatungsstelle) stattfinden. Ziel ist ein ansprechendes Freizeitangebot für Jugendliche zu schaffen, Bildungsprozesse zu fördern und Lebenskompetenzen zu vermitteln. Seit Herbst 2020 steht den Ebelsberger Jugendlichen mit dem Cloob ein gesundheitskompetentes Jugendzentrum zur Verfügung, das sich nun auch verstärkt dem Thema Nachhaltigkeit widmet.


Zu einer der drängendsten Fragestellungen unserer Zeit gehört unter anderem der schonende Umgang mit Ressourcen und die Notwendigkeit mit dem Klimawandel umzugehen bzw. gegensteuernde Maßnahmen zu setzen.
Es gibt viele junge Menschen die diese Notwendigkeit verinnerlicht haben und versuchen ihr Leben adäquat zu gestalten. Aber Jugend ist vielfältig, und wir treffen in unserer Arbeit immer wieder auf junge Menschen, die mit dem Thema nur wenig vertraut sind und kein geschärftes Bewusstsein dafür aufweisen. Dennoch sind auch sie von klimatischen Veränderungen betroffen und auch sie sollen das Gefühl haben dürfen, befähigt zu sein
Dinge positiv verändern zu können. Aus diesem Grund haben wir niederschwellige und abwechslungsreiche Projekte zum Thema Nachhaltigkeit geplant, die die Jugendlichen dort abholen wo sie stehen.
Unter dem Motto: „Weil‘s noch nicht wurscht ist! Nachhaltigkeit können wir alle!“ setzen die Jugendarbeiter*innen des Jugendzentrums Cloob Projekte um, die sich in drei Hauptfelder gliedern:

1 Natur in die Stadt bringen: Der nachhaltige JUZ-Garten

Projektmonate: Juli, August, September


Der betonierte JUZ-Vorplatz wird in einen nachhaltigen JUZ-Garten umgestaltet. Durch das Bauen und Bepflanzen eines Gemüse- sowie Kräuterhochbeets wird das Bewusstsein der Besucher*innen für den Naturkreislauf gestärkt. Ferner sollen Säulenobstbäume Vitamine in Form von selbst gepflücktem Obst liefern. Von derAussaat/Anpflanzung über die Pflege bis hin zur Ernte können Jugendliche einen Bezugzur Lebensmittelproduktion herstellen. Alle selbst angebauten Lebensmittel werden direktvom JUZ-Garten in der JUZ-Küche zu einer gesunden Mahlzeit verarbeitet. Darüber hinaus wird durch die Schaffung einer bienenfreundlichen Staudenfläche sowie der Gestaltung von „Insektenhotels“ die Wichtigkeit von diesen, zu unrecht unangenehm konnotieren, Lebewesen erfahrbar gemacht. Weiters entsteht eine angenehme, begrünte Umgebung mitten in einer urbanen Landschaft, die zum physischen wie psychischen Wohlbefinden beiträgt. Der JUZ-Garten wird mit einer selbst gebauten Sitzlandschaft und einer Bar aus nachwachsenden Rohstoffen ausgestattet, an dieser auch die selbst angebauten Lebensmittel verarbeitet sowie genossen werden können. Um ein gefahrloses Arbeiten und einen sicheren Aufenthalt zu ermöglichen, wird der JUZ-Garten durch eine kleine Zaunfläche aus Holz von der stark befahrenen Straße abgegrenzt. Der JUZ-Garten bekommt auch eine Beschattung, da nachmittags die Sonne dem Platz mit ihrer ganzen Kraft gehörig einheizt und einem angenehmen Dasein entgegenwirkt. Um die Haut zu schützen und die Temperatur zu regulieren, ist ein großes Sonnensegel von Nöten. Alles in allem bietet der nachhaltige JUZ-Garten die Möglichkeit für Jugendliche Vorgänge und Lebewesen der Natur kennenzulernen, Berührungs.ngste abzubauen, die eigene
Selbstwirksamkeit zu stärken und die schönen Seiten der Natur gleich vorm JUZ zu genießen. In diesem Projekt wird das Thema Nachhaltigkeit in mehreren Dimensionen zielgruppengerecht umgesetzt und trägt dazu bei, ein Bewusstsein für den Umgang mit der Natur zu initiieren oder zu verstärken.

Konsum, Ressourcen und Mobilität

Projektmonate: Oktober, November


Die Themen Konsum, Müllvermeidung/Ressourcenschonung und Mobilität werden den Besucher*innen durch unterschiedliche Workshops, Initiativen und Informationsarbeit zugänglich gemacht:
Bauen einer kleinen Solaranlage: Mittels einer eigenen, kleinen Solaranlage wird das Laden von Handysim JUZ via Sonnenenergie möglich. Errichtung einer Fahrradwerkstätte: Jugendliche haben die Möglichkeit, ihr Fahrrad im
JUZ zu reparieren und tragen somit zu einer klimafreundlichen Mobilität bei. Fairtrade-Verkostung: Ein „Nasch-Abend“ aus fair gehandelten Lebensmittel erleichtert den Einstieg in die Themenbereiche Arbeitsrechte, Kinderarbeit, Einkommen und Umweltschutz und bietet die Möglichkeit unterschiedliche Umwelt-Zeichen vorzustellen.
DIY-Kosmetik: Gemeinsam stellen wir selbstgemachte Kosmetik her und thematisieren Inhaltsstoffe sowie Mikroplastik in konventionell-hergestellten Produkten. Mode- und Designwerkstätte: Selber nähen, statt kaufen: Wir schneidern unser eigenes Kleidungsstück und gehen auf die Produktion von Kleidung (fast fashion) ein. Daneben ist es auch möglich, seine Kleidungsstücke zu reparieren oder aufzuwerten (Upcycling).
DIY / Nachhaltiges Weihnachtsgeschenk: Ende November können Jugendliche Weihnachtsgeschenke anfertigen, die den Nachhaltigkeitsaspekt in sich tragen. Bspw. Bienenwachstücher.
Mit diesem Themenschwerpunkt soll neben dem Interesse von Jugendlichen an Nachhaltigkeit, auch die Auswirkungen des eigenen Handelns anschaulich dargestellt werden und dass bereits kleine Dinge positive Auswirkungen auf die Welt haben. Zusammenhänge (wie z.B.: der Kauf eines „Billig-T-Shirts“ = Wasserverschmutzung) soll erkennbar werden, ohne jedoch eine Last der alleinigen Verantwortung zu kreieren.
Politische Einflussnahme und Menschenrechte werden thematisiert, das Gefühl der eigenen Befähigung wird vermittelt und ein Bewusstsein für Zusammenhänge geschaffen.

Ernährung: Gut für mich – gut für die Umwelt

Projektmonate: Juli, August, September, Oktober, November


Im dritten Themenschwerpunkt widmet sich das Jugendzentrum dem Thema Ernährung mit dem Fokus auf regionale und saisonale Produkte. Dieses Thema wird in den gesamten fünf Monaten immer wieder in unserer Aufmerksamkeit stehen. Gemeinsam mit den Jugendlichen machen sich die Jugendarbeiterinnen auf die Suche nach individuellen Ernährungsgewohnheiten und zeigen Alternativen zu Junkfood auf. Es finden regelmäßig Kochworkshops statt, die gesunde, regionale und saisonale Lebensmittel in den Mittelpunkt stellen. Dabei wird auch auf biologische Qualität und artgerechte Fleischproduktion Wert gelegt. Mit dem gemeinsamen Kochen werden den Besucherinnen neben einer gesunden, schmackhaften Mahlzeit auch lebenspraktische
Fähigkeiten näher gebracht. Darüber hinaus wird den Jugendlichen ein „Biokisterl“ zur
Verfügung stehen, mit dem die Besucherinnen die Möglichkeit haben Vitamine in Form von saisonalen und regionalen Obst und Gemüse zu sich zu nehmen. Des Weiteren soll ein Bauernmarkt besucht werden, bei dem man mit Lebensmittelproduzenten ins Gespräch kommt und hochwertige Lebensmittel einkaufen kann. Abgerundet wird dieser Themenbereich mit der Herstellung eigener Säfte und Sirupe, die im JUZ allen Besucherinnen kostenfrei zur Verfügung stehen. Mit all diesen Aktivitäten wird das Thema
Nachhaltigkeit in Zusammenhang mit Ernährung niederschwellig aufbereitet und
umgesetzt.


Als #Abschlussprojekt gestalten die Jugendarbeiter*innen mit den Jugendlichen einen Wandkalender für 2022, der Tipps, Tricks und Informationen zu Nachhaltigkeit und Gesundheit parat hält und an Besucher*innen, Kooperationspartner*innen sowie
Jugendeinrichtungen verteilt wird. So wird nicht nur das Thema Nachhaltigkeit anderen
Personen zugänglich gemacht, sondern es können auch Einblicke in die Offene Jugendarbeit gewährt werden.