#szeneblick

JUGENDSTREETWORK: das ist zum Einen Unterstützung speziell für Jugendliche und junge Erwachsene (12-25 Jahre) und zum Anderen aufsuchende und nachgehende Sozialarbeit, findet also ganz oft dort statt, wo sich die jungen Menschen aufhalten. Wir Streetworker*innen von just sind also Montag bis Samstag, in unterschiedlichen Konstellationen: zumeist gemischt geschlechtlich, aber auch mal nur die beiden Männer oder die beiden Frauen, zu verschiedenen Tages- und auch Nachtzeiten an den Plätzen in Linz unterwegs, wo sich junge Menschen treffen, insbesondere dort, wo unsere Unterstützung auch von Nöten ist. Unsere Wege führen uns fast immer an den Linzer Hauptbahnhof, wo wir oft auch einige Stunden am Tag zubringen.

#linzhbf

Dienstag 17.30 Uhr. Wir kommen vom Volksgarten über den Busbahnhof, wo sich in den Haltstellenhäuschen schon einige Menschen für die Nacht einrichten – aktuell sind das alles ältere, offensichtlich wohnungslose Männer und Frauen, keine unter 25-Jährigen. Wir kreuzen den Bahnsteig 21/22, wo auch heute wieder keine Jugendlichen anzutreffen sind. Der Weg führt uns über die Stiege hinunter, vorbei am Zugang zur Fahrrad- und Autogarage. Die Info-Halle wirkt auf den ersten Blick heute fast leer – beim genaueren Hinsehen können wir aber ein paar junge Männer hinter den Info-Kästen stehen sehen und ganz hinten im MC Donald‘s winkt uns jemand zu.

#wirkindervombahnsteig21

Wir folgen dieser Einladung und gesellen uns zu einer kleinen Gruppe von bekannten jungen Erwachsenen. Sie erzählen ihre Neuigkeiten, freuen sich, uns zu sehen. Einer braucht Infos bezüglich seiner Kündigungsoptionen, weil sein Chef nicht zahlt. Eine andere hat gehört, dass sie „einmalige Hilfe“ für Kautionsunterstützung beantragen kann und weiß nicht, wo sie das tun kann. Wir informieren, beraten und laden auch zu uns in die Anlaufstelle ein – einiges lässt sich eben nicht auf die Schnelle am Mc Donald‘s Tischerl klären. Sie beschweren sich auch über die vielen „Kinder“ am HBF und meinen damit einige Minderjährige, die hier am HBF ihre Freizeit verbringen. Dabei haben sie schon fast vergessen, wie sie sich selber noch vor zwei Jahren die „Kinder vom 21er“ nannten und in großen Gruppen auch mit älteren Jugendlichen und Erwachsenen ihre Tage am HBF verbrachten.

#lafamilia

Egal wie alt die jungen Menschen sind, die wir am HBF antreffen und wie unterschiedlich sie auch aussehen mögen, haben sie doch etwas gemeinsam: sie alle sind „Bahnhofskinder“, wie sie sich gegenseitig liebevoll nennen. Manchmal wird jemand der Älteren auserkoren der „Bahnhofs-Papa“ oder die „Bahnhofs-Mama“ zu sein – sie finden sich in kleinen und größeren Strukturen zusammen, um Papa-Mama-Kind, also Familie füreinander zu sein. Nicht selten endecken wir auch genau diesen Schriftzug auf ihrer Haut: la familia. Familie steht für so viel: die Sehnsucht nach Geborgenheit, nach bedingungsloser Liebe, nach Rückhalt, einem Rückzugsort… „Familie“ haben viele unserer Klient*innen zuhause nicht erlebt und suchen sie wahrscheinlich auch deshalb so dringlich auf der Straße.

#raucher*innenplatzerl

Wir setzen unseren Weg Richtung Kärtnerauge fort, grüßen dort und da einige bekannte Gesichter, die uns heute aber lieber ignorieren wollen. Die Türen öffnen automatisch und wir stehen in einer massiven Rauchwolke – links und recht von uns stehen Gruppen von jungen migrantischen Männern, die uns durch die Trenngitter mustern. Der eine oder andere erkennt uns und grüßt, andere bleiben skeptisch. Einige Schritte weiter vorne steht auch eine Gruppe junger Menschen: ein blauer Haarschopf und verschiedene Rotvarianten blitzen hervor, dazwischen zwei große Hunde, die unruhig an der Leine zerren, irgendwo eine sehr laute Musikbox, aus der Techno schallt. Die Securities machen deutlich, dass nur in den markierten Bereichen geraucht werden darf – Diskussionen inklusive. Dazwischen bahnt sich ein Reinigungswagen den Weg durch die Massen. Von außen betrachtet, ist das eine sehr bunte, laute, unruhige Szenerie.

#fremdewelt

Eine befremdliche Szenerie, wenn es eine*n kalt erwischt, und mann*frau beim Verlassen des Bahnhofs plötzlich in dieser schrägen Welt steckt. Der Rauch, die vielen jungen Menschen, die vielen offensichtlichen Migranten, die laute Musik, die Hunde, dazwischen vielleicht betrunkene Erwachsene – alles in allem kann das jemanden durchaus einschüchtern. Zumindest ist das eine Wahrnehmung, die immer wieder an uns Streetworker*innen herangetragen wird. Passant*innen, Bekannte, auch Kolleg*innen erzählen uns, wie sie die Szene erleben. Manchmal kommen wir im Gespräch überein, dass verschiedene mediale Berichterstattung der letzten Monate auch einen Beitrag leistet, dass sich ein nicht wirklich greifbares Gefühl der Unsicherheit breit macht, wenn mann*frau den Bahnhof betritt. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass dort, wo viele (unterschiedliche) Menschen aufeinander treffen, auch Konflikte entstehen und ausgetragen werden. Trotzdem sind wir Streetworker*innen am HBF noch nie in eine gefährliche Situation geraten!

#sehenundgesehenwerden

Wenn der HBF auch manchmal Austragungsort von Konflikten ist, so ist er doch zuallererst ein Ort, wo Durchzugs- und Reiseverkehr dominiert, ein Platz, wo immer Trubel herrscht, wo immer „etwas los“ ist. Der Hauptbahnhof ist eine wichtige Verkehrsdrehscheibe in Linz – aus allen Stadtteilen ist er gut erreichbar, er liegt oft am Weg und bietet attraktive Infrastruktur. Junge Menschen verabreden sich also dort, wo es für alle am verkehrsgünstigsten liegt, wo man altersentsprechend und preiswert Essen und Getränke konsumieren kann (MC Donald‘s, Spar) und wo es im Winter warm ist und kostenfreies W-Lan bereit steht. Finden sich denn Jugendliche keinen besseren Platz, sich zu treffen?! Natürlich gibt es andere Räume für junge Menschen! Viele Jugendliche, die wir am HBF antreffen, verbringen einen Teil ihrer Freizeit gerne in den Jugendzentren des VJF und treffen ihre Freund*innen trotzdem gelegentlich am HBF. Der HBF ist ein Ort, der Platz und Freiraum bietet und für Jugendliche geht es ja auch um Inszenierung: sich zu zeigen, die eigene Wirkung auf das andere Geschlecht zu testen, beobachten, was sich tut. Sie wollen sehen und gesehen werden!

#homebasehbf

Für diejenigen jungen Menschen, die auf kein richtiges „zuhause“ zurückgreifen können, ist der Hauptbahnhof wie ein Startpunkt von dem aus jedes Abenteuer beginnt und ein Heimathafen in den mann*frau vielleicht auch spätabends zurückkehrt, um noch einen Platz für die Nacht zu finden. Unsere Justler*innen haben häufig kein Guthaben oder sogar kein Handy und fahren einfach auf Verdacht an den HBF, weil sie wissen, dass sie dort jemanden treffen, oder zumindest jemanden über‘s Internet kontaktieren können. Irgendjemand findet sich immer am HBF… und manchmal sind‘s auch die Streetworker*innen, die einen aufgabeln, wenn mann*frau nicht weiß wohin…

#longwaytoattersee

Ausflüge sind in der Jugendarbeit häufig ein Aushängeschild: viel präsentiert, besonders nach außen verkauft und auch oft von Auftraggeber*innen und Jugendlichen gleichermaßen gefordert. Auch wir Jugendstreetworker*innen fahren gerne mit unsere Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf Ausflüge, weil sie unsere Arbeit sinnvoll ergänzen! Leider gilt es oft so einige Hürden und Schwellen zu überwinden, bis der Bus voller Jugendlicher endlich aufbrechen kann – es ist ein langer Weg bis an den Attersee!

#diechanceamschopfpacken

Im just sind wir dafür bekannt, zeitnah, flexibel und spontan zu sein. Die Arbeit mit unseren Klient*innen erfordert einfach ein hohes Maß an Flexibilität. Wenn eine junge Frau/ ein junger Mann da ist und Unterstützungsbedarf formuliert, dann heißt es für uns Streetworker*innen zugreifen – die Chance am Schopf packen!

#nägelmitköpfenmachen

Oft sind die Zeitfenster kurz, wo gemeinsames Erarbeiten von nächsten Schritten oder auch das sprichwörtliche „Nägel mit Köpfen machen“, also gleich losziehen und etwas angehen, möglich ist. Oft ist das Konzentrieren auf einen bestimmten Aspekt schwierig für junge Menschen oder es ist ihnen (noch) nicht möglich, Konsequenzen ihrer Handlungen (oder des Nicht-Handelns) adäquat einzuschätzen. Häufig sind just-Besucher*innen schlichtweg überfordert mit der Vielzahl an „Baustellen“ in ihrem Leben, wissen nicht, wo sie anfangen sollen, können die Informationen gar nicht alle verarbeiten.

#kopfindensandstecken

Letztlich passiert es dann, dass junge Menschen „den Kopf in den Sand stecken“ oder einfach ihrem Lustprinzip folgen – also einfach dort nicht mehr hinschauen, wo‘s unangenehm wird und das tun, was lustvoll ist. Das verselbstständigt sich manchmal so weit, dass Jugendliche und junge Erwachsene in den Tag hineinleben, einen großen Bogen um Strukturen machen und ganz nach Lust und Laune tun und lassen (manchmal auch konsumieren), was sie wollen.

#lustundlaune

Das Lustprinzip lässt sich vor allem dann wunderbar für unsere Arbeit nutzen, wenn wir die motivierte Stimmung aufnehmen und spontan in eine Freizeitaktivität umsetzen können. Wir wissen, dass gemeinsame Aktivitäten, die uns gemeinsam etwas erleben lassen, dazu führen, dass wir einander besser kennenlernen und einander vertrauen können. Ausflüge und gemeinsame Aktivitäten stärken die Beziehung ungemein und Beziehung ist die Basis dafür, dass Hilfsangebote und Unterstützung überhaupt erst angenommen werden können.

#horizonterweitern

Besonders vertrauensbildend und motivierend erleben wir Ausflüge, die mindestens einen ganzen Tag dauern, idealerweise sogar ein Wochenende oder länger. Sie können junge Menschen aus ihrem oft problembelasteten Alltag entführen und neue Perspektiven eröffnen, indem sie neue Orte/ Menschen/ Situationen erschließen und für junge Menchen zugänglich machen. Jugendliche und junge Erwachsene verlassen so ihren täglichen Trott und erweitern ihren Horizont. Das gemeinsam Erlebte kann – begleitet und transferiert in den Alltag – damit auch Handlungsspielräume erweitern.

#imhierundjetzt

Der Tag ist heiß, wir haben 32Grad auf der Terrasse, alle sehnen sich nach ein bisschen Abkühlung – die Idee: Fahren wir doch an den Attersee! Während also Jugendliche ganz in der Gegenwart, in der Minute, auf die Sekunde, gerade heute und genau JETZT bereit für den ATTERSEE sind, fangen wir an zu planen: rechtzeitig Dienstreiseanträge schreiben und mindestens 14 Tage vorher abgeben, checken, ob am Wunschtermin Busse frei sind, Busse reservieren, Anmeldelisten vorbereiten, damit genug Plätze für alle Teilnehmer*innen da sind, Konzept schreiben, damit der Ressourcenaufwand gerechtfertigt ist…

#volleliste #leereplätze

Aus unserem niederschwelligen Zugang wird so ganz schnell ein recht hochschwelliger! Das Ergebnis einer Planung von mindestens 21 Tagen (Vorlaufzeit und Einhaltung aller Fristen und Rahmen): eine volle Teilnehmer*innenliste und ein leerer Treffpunkt am Tag des Ausflugs – außerdem meldet der Wetterbericht einzig an diesem Tag 90%ige Regenwahrscheinlichkeit 😉 Schuld daran sind weder die Wettergöttin, noch unzuverlässige junge Menschen oder überbürokratisierte Streetworker*innen – die Zeitfenster passen einfach nicht zusammen! Ein bisschen Planung ist notwendig, wenn Ressourcen wie Fahrzeuge und Personal gebraucht werden. Die Motivation unserer Besucher*innen ist aber oft recht flüchtig…

#motivationsschub

Motivation braucht im Moment des Aufflammens Brennmaterial! Inzwischen wissen wir: zusammenpacken und losziehen funktioniert hier am allerbesten! Spontanausflüge in der näheren Umgebung sind oft unsere erste Wahl. Aber es gibt sie – ganz selten, aber doch: die geplanten Ausflüge an den Attersee, diese Momente, wenn Jugendliche mal aus der Stadt raus kommen und einfach mit Anlauf ins kalte Wasser springen!

Unser Job als Streetworker*innen ist es eben, die Motivations- und Energiefenster bestmöglich zu nutzen und die gemeinsame Zeit so gut wir können miteinander zu gestalten!

#jugendstreetwork #just #vjf #outdoor #jugendarbeit

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#justPIRATung

Mit Holzfuß, zwei linken Händen und auf einem Auge blind – im just sind wir nicht perfekt, dafür aber echt!

Ganz oft werden wir gefragt, warum bei uns in der Anlaufstelle eine Piratenflagge hängt – Luki sagt dann immer: „…weil wir nicht beraten, sondern PIRATEN!“. Das klingt komisch, soll es ja auch, aber hat auch ganz viel Wahrheit.

Beratung hat für Jugendliche und junge Erwachsene oft einen recht fahlen Beigeschmack. Um Unterstützung bitten oder über eigene Probleme reden ist ja für die Wenigsten eine einfache Übung und wenn mann*frau dazu auch noch in eine Beratungsstelle gehen soll… In der Beratungsstelle da erklären dir dann die Professionist*innen, wie du deine Probleme lösen kannst, weil die haben das ja gelernt!

SEEMANNS*GARN!

Im just haben wir durchaus Hochsee-Erfahrung, aber natürlich kennen wir nicht jeden Winkel der sieben Weltmeere! Jugendliche und junge Erwachsene wissen selber ganz genau, dass niemand besser über sie Bescheid weiß, als sie selbst, weil sie nämlich die einzig wahren Expert*innen in ihrem Leben sind! Der Captain kennt das Ziel!

Aber auch ein Captain braucht Unterstützung, um sein Schiff auf Kurs zu bringen! Manchmal tut‘s gut, einfach mal wo an Land gehen zu können, Probleme anzusprechen, Zielformulieren zu treffen, Routen-Optionen zu überprüfen und vor allen Dingen: nicht allein segeln zu müssen!

Beratung im just wird dann zur PIRATUNG, wenn das eigentliche Thema „zwischen Tür und Angel“ noch kurz vorm Rausgehen, beim Buttersemmerl-Streichen am Frühstückstisch, neben einem „Wuzzler“ im Wohnzimmer, auf den Treppenstufen vorm LDZ, im Schatten unter einem Baum im Volksgarten, noch schnell vorm Billa, zwischen 26 anderen jungen Menschen am Raucher*innen-Platzerl am Hauptbahnhof,… Platz finden kann und wir uns gemeinsam auf einen Rahmen einlassen können, wo Schwierigkeiten angesprochen und analysiert werden und Lösungsprozesse starten dürfen.

Manchmal brauchen wir dafür gemeinsam ein paar Anläufe – wir müssen uns vielleicht auch erst kennenlernen und Vertrauen zueinander fassen. Was wir gerne beisteuern können, das sind unsere Erfahrungen mit Menschen/ Behörden/ anderen Hilfseinrichtungen, ganz viel Offenheit für dich und deine Anliegen, eine gemütliche Ecke, wenn draußen der Sturm tobt, und jede Menge Spaß und Blödlerei 😉 Versuche mit uns zu „piraten“ sind jedenfalls unlimitiert!

Im just sind wir nicht perfekt, aber herzlich, ehrlich und echt!

#justjugendstreetwork #vjf #beratung #just #justpiratung

#dasgelddasallekinderkriegen

BMS aka Bedarfsorientierte Mindestsicherung aka Hilfe zur Sicherung des Lebensunterhalts und des Wohnbedarfs aka demnächst wieder Sozialhilfe

Wie kommt man dazu?

Mittels Antrag bei der nächstgelegenen zuständigen Behörde! Bei uns in Linz am Magistrat!

Dafür gibt‘s das berühmte Formular GSGD-So/E-5!

Zumeist füllen wir das gemeinsam bei uns in der Anlaufstelle aus, und begleiten unsere Klient*innen auch gerne zum Magistrat zur zuständigen Sachbearbeiter*in die jeweils nach den Anfangsbuchstaben des Familiennamens eingeteilt sind.

Klingt kompliziert? Geht noch so….aber der Antrag alleine reicht noch nicht…..

Es muss ja auch noch nachgewiesen werden, ob man Vermögen hat, also mittels Kontoauszüge der letzten 6 Monate, und natürlich will die Behörde wissen, ob man noch woanders Geld her bekommen könnte. Zum Beispiel ob es jemanden gibt, der einem Unterhalt zahlen müsste.

Man muss ja ein etwaiges Vermögen (Haus, Wohnung, Auto, Sparbücher, Ferieninsel,….) über einem Gesamtwert von 4427,40 € (Stand 2019) aufbrauchen.

Das ist der erste Teil der sogenannten „Bemühungspflicht“

Des weiteren musst du bereit sein, deine Arbeitskraft einzusetzen und dich um einen Arbeitsplatz bemühen. Das heißt beim AMS arbeitssuchend melden, die gestellten Anforderungen und Aufgaben vom AMS erfüllen, und natürlich pünktlich zu deinen Terminen erscheinen.

Und die sogenannte „Verfolgung von Ansprüchen gegen Dritte“ ist auch Voraussetzung.

Wenn es also möglich ist, dass du von deinen Eltern, Verwandten, reichen Onkel in Amerika Unterstützung bekommen solltest, den sogenannten Unterhalt, dann will die Behörde das genauer wissen. Dazu musst du dir einen Termin am Bezirksgericht ausmachen, und dort eine Unterhaltsfeststellung beantragen. Viele glauben jetzt dass das heißt, dass du deine Eltern verklagen musst. Ganz so schlimm ist es aber nicht, da diese nur aufgefordert werden ihr Einkommen offen zu legen, und das Gericht legt dann fest wie viel sie dir an Unterstützung zukommen lassen müssten. Zumeist reicht aber bereits die Bestätigung, dass dieser Antrag eingebracht wurde.

Bei uns im JUST heißt das normalerweise, dass wir gemeinsam mit unseren Klient*innen einiges abzuarbeiten haben:

#Antrag ausfüllen

#Kontoauszüge der letzten 6 Monate besorgen

#Meldebestätigung checken

#Unterhaltsfeststellung am Bezirksgericht beantragen

#AMS-Anmeldung

#AMS-Bezugsbestätigung besorgen (auch wenn man vom AMS kein Geld bekommt)

#Betreuungsvereinbarung vom JUST, wenn man bei uns seine Kontaktadresse hat.

Bei dieser Betreuungsvereinbarung besprechen wir mit dir, welche Schritte du in Bezug auf Arbeit, Unterkunft, Finanzen und Gesundheit als nächstes gehen willst und halten das auch auf einer Vereinbarung fest.

Es gibt also einiges zu tun!

Trotzdem lohnt es sich seinen Antrag so früh wie möglich abzugeben, auch wenn du noch nicht alle Unterlagen beisammen hast, da du eine Frist bekommst, bis wann man alles nachreichen darf, und die Berechnung des Geldes ab dem Tag der Einreichung beginnt.

Und du kannst immerhin maximal 921,30 € bekommen, wenn du alleinstehend, alleinwohnend bist, und keinerlei andere Bezüge hast. Bekommst du Geld vom AMS, oder Unterhalt, oder verdienst dir offiziell etwas dazu, oder hast eine eigene Ferieninsel, dann wird nur die Differenz zur oben genannten Summe ausbezahlt.

Man kann übrigens auch Mindestsicherung bekommen, wenn man so wenig bei seiner Arbeit verdient, dass man unter dem Maximalbetrag bleibt.

Mit eingerechnet wird übrigens auch das Einkommen von Menschen mit denen du zusammen wohnst, sogar bei einer WG, wo du vielleicht mit Menschen wohnst, die du nicht mal magst.

Das sind einige Informationen zur Mindestsicherung, wie sie uns bei unseren Klient*innen ganz oft begegnen, hat aber keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit.

Weiterführende Informationen gibt‘s in den angehängten Links und natürlich bei uns im JUST!

https://www.land-oberoesterreich.gv.at/23004.htm

http://www.ris2.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?QueryID=LROO&Gesetzesnummer=20000652

https://ooe.arbeiterkammer.at/beratung/arbeitundrecht/arbeitslosigkeit/Bedarfsorientierte_Mindestsicherung.html

Und ganz am Ende sei noch der „Beschäftigungs-Einstiegsbonus“ erwähnt, den man erhalten kann, wenn man 6 Monate BMS bezogen hat und eine Erwerbstätigkeit aufnimmt! Den muss man schnell beantragen und die Berechnung ist wieder ziemlich kompliziert. Und steht deswegen, wie hier, wohl immer ganz am Ende aller Erklärungen. Aber auch dabei können wir gerne behilflich sein.

#läuftimjust

Gern getragen, oft gesehen – die neue T-Shirt Kollektion aus dem just!!!

Nach vielen Probeschriften und Entwürfen hat unser Lieblingsmotto nun auch ein “Logo” bekommen! Vor Weihnachten unterstützen uns einige Christkindl beim Drucken der T-Shirts, die es dann für alle justler*innen zur Weihnachtsfeier gab.

#siebdruckworkshop

Die Kolleg*innen aus dem ann and pat weihten uns in die Geheimnisse des Siebdruckens ein und stellten uns den Siebdruck-Raum und alle Materialien zur Verfügung. Schon nach einigen Versuchen konnten wir mit dem richtigen Druck und dem notwendigen Fingerspitzengefühl die ersten Eigenproduktionen feiern. Der Workshop war großartig: vielen lieben DANK ans ann and pat!

Wenn du eigene kreative Ideen hast, nutz’ das know-how und die Siebdruck-Ausstattung im ann and pat! #jugendkulturzentrumannandpat

 

Last Lasagne mit Julia

Am Freitag gab’s bei just-a-menu eine super leckere Lasagne alá Julia! Da wurde mit ganz viel Einsatz und Liebe geschnipselt, gehackt, gerührt und geschichtet. Nicht immer verderben viele Köch*innen den Brei: ganz viele verschiedene Hände zauberten unter Koordination von Julia ein köstliches just-a-menu auf 15 Teller, die alle bis auf den letzten Bissen leer gegessen wurde!

Leider wurde diesen Freitag das letzte Mal mit unserer Praktikantin Julia gekocht, denn wir müssen sie wieder aus dem Praktikum verabschieden und zurück auf die Fachhochschule entlassen.

Wir bedanken uns ganz herzlich, liebe Julia, für dein Interesse an uns justler*innen, für deine offenen Ohren, deine helfenden Hände, dein Engagement bei uns im just! Viel Erfolg in deinem Studium. Wir freuen uns, wieder von dir zu hören und dich zu sehen – du bist eine von uns: eine echte justlerin!

Der Lions Club spendet auch heuer wieder für EUCH

Hiermit möchten wir uns ganz herzlich beim Lions Club Linz Johannes Kepler bedanken.

Die Lions unterstützen unsere Einrichtung schon seit mehreren Jahren mit warmer Winterbekleidung. Auch dieses Jahr bekamen wir wieder ganz neue und warme Winterjacken und Gutscheine um zielgerichtet weitere Bekleidung und Schuhe in den benötigten Größen kaufen zu können.

Ohne die Hilfe von EUCH da draußen könnten wir verschiedenste Angebote gar nicht an die Frau/ den Mann bringen!

Wir suchen natürlich weiterhin nach jugendlicher Bekleidung speziell für den Winter!

Advent, Advent…

…EIN LICHTLEIN BRENNT!

Einen Adventskranz gibt’s heuer leider nicht im just, aber dafür den traditionellen Adventskalender. Jede*r Besucher*in darf sich ein Paar Handschuhe oder Weihnachtssocken von der Leine pflücken und wenn die Leine leer ist… DANN STEHT DAS CHRISTKIND VOR DER TÜR! Oder zumindest die just-Weihnachtsfeier!

Unsere Weihnachtsfeier findet dieses Jahr am 21.12. statt – wir freuen uns auf viele eifrige Helferlein, damit der Weihnachtstruthahn leckere Beilagen bekommt! Und auf einen gemütlichen Nachtmittag mit euch allen – egal, ob ihr alleine, zu zweit, in der Gruppe, mit Baby, mit Hunden, Ratten, barfuss oder in Schuhen, mit echtem Weihnachtsfrust oder richtiger Weihnachtsstimmung kommt! Vielleicht schneit auch das Christkind auf einen Sprung rein…

Der (Mehr)Wert einer Tasse Tee…

Im Just geht‘s zu den Öffnungszeiten in der Anlaufstelle meistens rund – da gibt es oft ein buntes und lautstarkes Aufeinandertreffen von jungen Menschen, die mit den unterschiedlichsten Anliegen und Themen vorbei kommen und zumeist von prompter schneller Hilfe profitieren können. Da wird gekocht, gegessen, Kleidung gesucht und gefunden, gewaschen, geduscht, zugehört und Pläne geschmiedet, schnelle Tipps und Tricks ausgetauscht, gespielt und gelacht, Termine vereinbart, im Vorbeigehen die Post bearbeitet und vor‘m Zusperren noch schnell ein „Care-Paket“ gepackt. Manchmal bleibt uns Streetworker*innen nur übrig, die Themen zuerst zu bearbeiten, die am vehementesten im Raum stehen. Die Probleme, die oft ein bisschen hinten an stehen, sind die heimlichen und leisen, die man/frau sich nicht gleich zu erzählen traut – die Tabuthemen, die Geschichten, die weh tun und die die Zeit brauchen, bis sie an die Oberfläche kommen dürfen…

Eine Tasse Tee, angeboten in einer ruhigen Stunde im just, außerhalb der Öffnungszeiten oder wenn alle anderen Besucher*innen schon gegangen sind, öffnet manchmal so ein Fenster in Welten, die einen Blick wert sind und die besonderer Zuwendung bedürfen. Wertvoll kann diese Tee-Stunde sein, in der wir zwei offene Ohren und ungeteilte Aufmerksamkeit für diese eine Person und ihre tiefsten Sorgen, Ängste und Wünsche haben können. Tee-Zeit erschließt uns Zugänge zu ganz besonderen Persönlichkeitsaspekten unserer Besucher*innen. Das mögen bislang verborgene Sehnsüchte und Perspektiven sein, die man/frau sich nicht vor den anderen ansprechen traut, aus Angst ausgelacht oder als „uncool“ abgestempelt zu werden. Das können aber auch traumatische Erlebnisse aus der Kindheit sein: Kriegstraumata, Erfahrungen von Gewalt/ Mißbrauch/ Vernachlässigung, der Verlust von geliebten Menschen, Mobbing, … Erlebnisse, die Kinder und Jugendliche prägen und häufig sehr präsente Anteile in ihrem (jungen) Erwachsenenleben haben. Wenn wir uns Zeit nehmen, hin zu hören und einen Rahmen schaffen können, in dem sich unsere Jugendlichen/jungen Erwachsenen angenommen und wohl fühlen, können wir (vielleicht) den Kern oder auch den Ursprung vieler Probleme finden und mit ein bisschen Glück tatsächlich auch „Hilfe für die Seele“ leisten.

„just“ Jugendstreetwork bietet jungen Menschen gerne eine Tasse Tee, offene und unvoreingenommene Ohren. Wir nehmen uns Zeit, um herauszufinden, wo und wie wir DICH am besten unterstützen können oder wer dir in deinem speziellen Thema vielleicht noch besser unter die Arme greifen kann!

“Zeig” im JUST

Jetzt gehts ja bei uns im JUST ganz schön oft um Drogen………

Wer konsumiert was, wer ist letztes Wochenende wieder auf was gestürzt, und wo bekommt man das alles her….

Jetzt sind wir Sozialarbeiter*innen auf Drogen nicht allzu gut zu sprechen, weil….naja aus den bekannten Gründen, wie „weils illegal ist, weils sehr gesundheitsschädlich ist, weils aus dir einen anderen Menschen macht, weils etc.. etc…

Ja, wir mögen es nicht so gern wenn man bei uns im JUST über Drogen redet, vorallem wenns ums Dealen, Beschaffen, und Verabreden zum Konsumieren geht…

Worüber wir aber schon gerne reden, ist z.B. Safer USE, oder was, wovon und wieviel ein weniger gefährlicher Umgang mit den Substanzen ist.

Wir unterhalten uns auch gerne darüber was diverse Substanzen so mit euch anstellen können, oder was daran wirklich, wirklich gefährlich ist.

Wir sagen nie, „nein, das darfst du nicht!“

Und Du kannst auch zu uns kommen, wenn Du was genommen hast, aber wir können nicht erlauben, dass bei uns was konsumiert wird, oder vercheckt wird, oder eh scho wissen…..

Und weil wir selber nicht alles über Substanzen wissen, holen wir uns auch immer wieder Infos von Leuten, die sich wirklich auskennen, und auch Infomaterial produzieren, dass wir gerne an euch weitergeben…

Und so haben wir gerade wieder mal eine schöne Lieferung an Infomaterial vom Institut Suchtpräventention bekommen, dass wir gerne an euch weitergeben und noch viel lieber mit euch drüber reden….

Aber da wir auch wissen, dass es den oder die lesefaulen unter euch gibt, und andere noch viel lieber auf was klicken, haben wir auch ein paar links gefunden wo es im Internet einiges an Information für euch zu holen gibt:

www.suchtvorbeugung.net

www.addendum.org/cannabis/

www.substanz.at

www.praevention.at

Youtube Channel DrugsLab

https://www.jusline.at/gesetz/smg